Mittwoch, Januar 28, 2009

Gestern war in unserer Tageszeitung ein Artikel: "Wie integriert sind die Türken?"

Ein türkischer Mitbürger (35) erzählt, dass er mit seinen Kindern nur türkisch spreche, damit sie ihre Muttersprache nicht verlernen. Er sagt selber, dass die Kinder deswegen schon Schwierigkeiten in der Schule hätten. Dann fragt er, ob man sie deshalb gleich zur Sonderschule schicken müsse, - so hätten sie ja nicht mal die Chance, ihr Abitur zu machen.

Ehrlich gesagt, solche Aussagen machen mich ratlos.

Ist denn nicht jeder (Staat/Schule/Eltern) in der Verantwortung, Schülern/Kindern die gleichen Chancen zu bieten? Auch Eltern tragen hier eine Verantwortung, zur Zukunft ihrer Kinder beizutragen.

Mein Vater kommt aus Kroatien. Auch er wollte gerne, dass wir seine Muttersprache lernen. Als mein Bruder und ich im Schulalter waren, haben wir deswegen zwei Nachmittage in der Woche die serbisch-kroatische Schule in Hannover besucht. Wir Kinder natürlich widerwillig, - heute bin ich aber dankbar dafür. Zuhause wurde fast nur deutsch gesprochen.

Kommentare:

  1. Ja, mich macht das auch ratlos. Nicht zuletzt, weil ich selbst im Ausland aufgewachsen bin, eine neue Sprache lernen musste und in dieser Sprache die ersten 5 Schuljahre unterrichtet wurde.
    Auch wir haben zu Hause nur Deutsch gesprochen. Alle zwei Wochen sind wir mit anderen deutschen Kindern ins Goethe Institut gebracht worden um 2 Stunden Deutsch-Unterricht zu bekommen. So haben wir zumindest ein bisschen Deutsche lesen und schreiben gelernt.
    Am Ende habe ich in Deutschland Abitur gemacht und studiert.

    Mein Fazit: ich habe keines. Mich macht das auch ratlos.

    Liebe Grüße, Smila

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  2. Die Schwierigkeit vieler Einwanderer liegt darin, dass sie oftmals zu Hause NUR ihre Sprache sprechen und es ihren Kindern damit ungewollt schwer machen. Ich denke, wenn man es schafft, sich von allen Seiten ein bisschen entgegen zu kommen, könnte es besser werden, d. h. von der Einwandererseite zu Hause sowohl die eine als auch die andere Sprache zu sprechen und von Seiten des Staates genügend Schulungen anzubieten, für die, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben.
    LG Inken

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  3. Bei uns in der Firma ist ein Fall genau umgekehrt:
    Ich habe eine russische Kollegin, eine Seele von Mensch. Sie ist seit knapp 20 Jahren in Deutschland, spricht selbst sehr "undeutlich" deutsch. Man muß teilweise mehrmals nachhaken, bevor man versteht was sie von einem möchte. Ich habe sie mal gefragt ob sie zuhause deutsch oder russisch sprechen. Sie sagt, zuhause würden sie mit der Tochter,7Jahre alt, deutsch sprechen, meistens.
    Die kleine spricht deutsch, russisch und englisch, ist im ersten Schuljahr und kommt sehr gut zurecht. Aber die Mutter holpert sich so durch den Alltag, obwohl es doch heißt learning by doing!

    Lg, Bianca

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  4. ja leider ist das oft so. das eltern gern die verantwortung für bestimmte dinge abgeben und die kitas oder schulen sollen es richten.
    so wie es deine eltern gelöst haben finde ich genau richtig.
    in meiner familie haben mongolen eingeheiratet. damit die mädels eine chance hier haben, wird nur deutsch geredet, nachteil, eins von den kindern das mit 5 nach deutschland kam, kann kein mongolisch mehr.
    vielleicht besinnen sie sich und sprechen ab und zu auch mal wieder mongolisch.
    xoxo andy

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  5. Anne,

    ich glaub' da ist 'was schief.
    Die mir bekannten Informationen sagen eindeutig, dass man mit Kindern am besten NUR in seiner Muttersprache sprechen SOLL. Das ist einfach die, die man am sichersten und dann irgendwann (wenn man die Zweitsprache z.B. auch grammatikalisch sicher beherrscht) immer noch am vielfältigsten beherrscht.
    Wir leben seit bald drei Jahren in Schweden. Zu Hause sprechen wir ausschließlich deutsch. Trotzdem (bzw. eben: deshalb) sprechen wir alle sehr gut (;-) sage ich jetzt mal) Schwedisch. Vor allem die Kinder, die das eben auch von Muttersprachlern (im Kiga) gelernt haben.

    Nun sind unsere Kinder noch klein, und das ist sicher beim Spracherwerb von großem Vorteil.
    Aber m.E. muss eine Zweitsprache idealerweise von Muttersprachlern gelehrt und gefödert werden. Die Eltern sollten begleitend natürlich verstehen, was die Kinder in der Zweitsprache erzählen und berichten- aber die Vielfalt einer Sprache, die korrekte Lautbildung, die sichere Grammatik- das ist alles noch sooooo lange in der Muttersprache viel besser: ich glaube nicht, dass man Kindern einen Gefallen tut, wenn man mit ihnen "radebrecht" (um es mal zuzuspitzen).

    Das, was der türkische Vater da berichtet hat, hat in meinen Augen andere (und vielschichtige) Ursachen.

    Meine Beobachtung ist z.B., dass der Sprachunterrricht für (erwachsene) Einwanderer hier in Schweden VIEL selbstverständlicher ist als in D. (Dass man Deutschland und Schweden nur schwer vergleichen kann, ist mir klar.) Es ist kostenlos, völlig unbürokratisch einen Platz zu kriegen- und es machen wirklich ALLE. So gut wie. Das macht 'was mit einem, wenn man neu in ein Land kommt!
    Die Alltagsprache in Kiga und Schule ist natürlich Schwedisch- aber alle Kinder haben das Recht auf (zeitlich wenig, aber immerhin) muttersprachliche Förderung. Damit erhält die Muttersprache eine Wertschätzung, die in meinen Augen dem Spracherwerb allgemein zugute kommt.

    Viele Grüße,
    Martje

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  6. Du lässt mich auch ratlos zurück. Da werde ich heute sicher noch häufig drüber nachdenken.
    L.G.
    helga

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  7. Wir sind auch eine Multi-Kulti Familie. Meine Kinder sprechen nur deutsch und auch zu Hause wird nur deutsch gesprochen. Ich möchte,daß sie erstmal so gut klarkommen. Wenn sie später möchten, hab ich kein Problem damit, die Sprache ihres Papas zu lernen!
    Ich kenne den Fall auch wo zu Hause nur türkisch gesprochen wird udn die Kinder sich draußen fast gar nicht verständigen konnten. Das kann ich nicht verstehen. Ein Mittelweg aus beidem wäre ideal! Da arbeiten wir aber dann auch noch dran.
    LG Sandra

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  8. Das mact mich etwas fassungslos.

    Wir (in England lebend) sprechen mit unserer fast-fünfjährigen Tochter NUR Deutsch, haben sie aber ab ca 2 Jahren für drei Tage die Woche in den Kindergarten geschickt.
    Seit September geht sie in die Schule und ist eine der Klassenbesten, spricht fließend Englisch, hat eine perfekte Grammatik, liest sowohl in Englisch als auch in Deutsch einfache Sätze fließend.

    Bei uns hat sich OPOL sehr bewährt.
    Mein Mann und ich sprechen fließend Englisch, aber mir käme es nicht in den Sinn mit der Tochter ENGLisch zu sprechen. Ich werde mich IMMER besser in meiner MUTTERSPRACHE ausdrücke können - da hängt so viel dran, kulturelles etc.

    In ihrer Klasse gibt es einen chinesischen Jungen, der bis zum Schuleintritt kein Wort Englisch sprach - der ist selbstverständlich integriert- auch wenn sein Englisch noch nicht so der Brüller ist.

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  9. dass die kinder ihre muttersprache nicht verlernen sollen, kann ich gut verstehen. wer aus diesem grund zu hause ausschließlich muttersprachlich spricht, macht es sich zu einfach. dass anschließend von fehlender gleichberechtigung gesprochen wird, macht es nicht besser. die einfachste lösung: der vater spricht in der muttersprache, die mutter deutsch... oder umgekehrt. oder wie deine bzw. smilas eltern es gemacht haben.
    letztlich kommt es, genau wie du sagst, nur darauf an, verantwortung zu übernehmen und nicht abzuschieben... manchmal beschleicht mich das gefühl, dass in diesen fällen keine wirkliche integration gewollt ist... ein unerschöpfliches thema!
    lg...siggi

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  10. Liebe Anne,
    das ist wirklich ein ganz heikles Thema!
    Ich habe bis vor zwei Jahren eine ganze Weile an einer Grundschule mit ziemlich hohem Ausländeranteil unterrichtet. Da hatten wir teilweise Kinder, die schlechter Deutsch sprachen, als ihre Väter (... die Mütter sprachen in diesem Fall gar kein Deutsch).
    Die Theorie, die Martje darstellt, funktioniert nur dann, wenn man die Muttersprache richtig beherrscht. Das Problem ist aber häufig, dass in vielen Familien die Muttersprache auch nur in Form eines sehr eingeschränkten Sprachschatzes vorhanden ist und die Eltern selbst eine Art "Mischmasch" sprechen, weil sie auch nicht fließend deutsch sprechen.
    Die Schulen können dieses Problem tatsächlich nicht allein lösen. Es gibt viel zu wenig Förderstunden. Das Hauptproblem ist jedoch, dass es auch nicht reicht, wenn erst im Schulalter damit begonnen wird, die Kinder zu fördern.
    Wir haben hier in NRW seit etlicher Zeit schon eine Sprachförderung im Kindergarten, die aber zeitlich auch so knapp bemessen ist, dass dies einfach nicht ausreicht. Daher sehe ich durchaus auch die Eltern in der Pflicht, eine vernünftige Lösung zu finden, die der Muttersprache und deutschen Sprache gerecht wird.
    Liebe Grüße Dani

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  11. Kann ich auch nicht verstehen. Dabei gibt es an den Grundschulen meist auch muttersprachlichen Unterricht. Wenigstens ein Elternteil sollte doch mit den Kindern deutsch sprechen. Wenn man sich entschieden hat, in einem best. Land zu leben, MUSS man dessen Sprache beherrschen, sonst hat man schon verloren. Das ist Fakt. Ich bin ausserdem der Meinung, dass man hier viel für Migranten tut, aber diese müssen es natürlich auch annehmen und nicht "dagegen" leben.

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  12. Bei uns ist es auch wie bei Lüttjepööks´sens... ;)) Wir sind auch eine Multi-Kulti-Familie. Und wir sprechen zu Hause nur deutsch. Ich finde es sehr wichtig, dass unser Sohn die deutsche Sprache perfekt beherrscht, denn er wird hier aufwachsen, hier zur Schule gehen etc. Auch mein Mann möchte, dass wir zu Hause nur deutsch sprechen (obwohl das nicht seine Muttersprache ist). Wir sehen es auch so, dass der Kleine später, falls er möchte, die Sprache vom Papa lernen kann. Ideal wäre wohl, den Kleinen von Beginn an zweisprachig aufzuziehen.
    Schwieriger ist das sicherlich aber, wenn bei beiden Elternteilen Deutsch eben nicht die Muttersprache ist. Dann würde ich zumindest einen Sprachunterricht für das Kind organisieren damit es die Sprache von Anfang an richtig lernt und versuchen, so viel wir möglich mit dem Kind deutsch zu sprechen.
    Ich habe den Artikel gestern auch gelesen und heute den zweiten Teil dazu auch. Und im heutigen Teil werden Jugendliche interviewt mit doch sehr geringen Chancen auf einen Ausbildungsplatz, da sie nur Hauptschulabschluss haben. Nun weiß man ja nicht, kommt das durch mangelnde Sprache oder wie sieht es generell im Elternhaus aus mit der Unterstützung im schulischen Bereich?
    Ich habe ja in den vergangenen drei Jahren selbst in der Türkei gelebt und musste dort auch die Sprache (mühsam) erlernen um mich zu integrieren. Und ich habe dort oft den Eindruck gehabt (auch durch Gespräche mit Einheimischen), dass es eben nicht üblich ist, dass man den Kindern großartig bei den Hausaufgaben hilft. Man mischt sich nicht in den schulischen Bereich ein. Schule ist Schule und Sache der Lehrer. So könnte man es grob zusammenfassen. Sicherlich gibt es auch da Ausnahmen. Aber wenn die Eltern, die jetzt in D leben, das so in ihrer eigenen Kindheit erfahren haben, wie sollen sie es dann jetzt besser machen? Das gesamte Schulsystem in der Türkei ist ganz anders als unseres. Viel mehr Hirarchie. Respekt und Disziplin wird gefordert und es gibt schon mal körperliche Strafen, was wohl eher die Ausnahme ist, aber immerhin (sagte man mir zumindest). Aber auch da reagieren die Eltern wohl recht gelassen. Wenn der Lehrer dem Kind eben eine Ohrfeige gibt weil es seiner Meinung nach bestraft werden muss, dann kommt von den Eltern kein Einspruch. Der Lehrer wird schon recht haben. Das ist das System in den Regelschulen. Ganz anders sieht es wieder in den (sehr guten) privaten oder auch in den internationen Schulen aus. Da ist das System mit unserem vergleichbar, wenn nicht sogar besser als unseres. Zumindest an den internationen Schulen wird IMMER eine Zweitsprache angeboten (oft sogar Deutsch) in der auch mehrere Fächer unterrichtet werden. Die Eltern von den Kindern die solche Schulen besuchen, haben natürlich selbst auch meist eine bessere Bildung (und das dementsprechende Geld um die Schule zu bezahlen) und fordern auch ein ganz anderes Schulsystem (ähnlich dem europäischen). Aber das sind eben auch die Leute, die NICHT auswandern und lieber in ihrem eigenen Land bleiben, weil es ihnen da einfach gut geht.
    Und dann gibt es ja noch den ländlichen Bereich. Da ist es üblich, dass viele Kinder gerade so lesen und schreiben lernen und das war´s dann aber auch mít der Schule. Ganz einfach weil es klar ist, dass die Kinder im Dorf bleiben und die Landwirtschaft der Eltern weiterführen.

    So, das war jetzt der längste Kommentar den ich wohl jemals irgendwo hinterlassen habe. Aber zu diesem Thema könnte ich noch seitenweise schreiben. Lass ich jetzt aber mal lieber.

    LG von Dany

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  13. Das ist wirklich ein sehr komplexes Problem. In unserer Nachbarschaft wohnt eine sehr nette türkische Familie. Was mir aber auffällt ist, dass sie zwar zu allen nett sind, aber ihre und die sozialen Kontakte der Kinder nur unter Türken stattfinden. Ich glaube, dass diese Kinder es leichter hätten, wenn die Eltern auch den Kontakt zu deutschen Kindern fördern würden, statt immer nur unter sich zu bleiben. Ob das generell so ist kann ich nicht sagen. Ich habe nur eben diesen Fall vor der Haustür. Tja, da kann man für die Zukunft nur hoffe, dass beide Seiten sich füreinander öffnen, damit solche Probleme Geschichte werden. Viele Grüße *Kerstin*

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  14. LIEBE ANNE,
    MEIN MANN STAMMT AUS BOSNIEN UND LEBT SEIT SEINEM 2. LEBENSJAHR IN DEUTSCHLAND.SEINE SCHWESTER IST IN DEUTSCHLAND ZUR WELT GEKOMMEN.
    MEIN MANN HAT MIT SEINEN ELTERN ZUHAUSE NUR BOSNISCH GESPROCHEN,HAT ABER SCHON FRÜH DEN KINDERGARTEN BESUCHT.
    ER SPRICHT BEIDE SPRACHEN PERFEKT,HAT HIER STUDIERT UND IST INZWISCHEN DEUTSCHER. MANCHMAL DENKE ICH ER IST DER DEUTSCHESTE DEUTSCHE.MEINE SCHWIEGERELTERN TUN SICH SCHWERER.SIE SPRECHEN IMMER NOCH SCHLECHT DEUTSCH,OBWOHL SIE IHRE KULTUR WENIGER PFLEGEN.
    DIE SCHWESTER MEINES MANNES IST ÜBRIGENS ÜBERSETZERIN AM GERICHT IN KÖLN.
    LIEBE GRÜßE
    BETTI

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  15. Hallo!

    Ich denke das es wirklich schwierig ist das richtige zu entscheiden.
    Meine Eltern kommen beide aus Portugal und konnten als ich klein war kaum Deutsch sprechen ... aber ich habe gleich kurz nach dem Kindergarten keine Probleme damit gehabt.
    Aber ich muß auch dazu sagen das meine Mutter und mein Vater immer unterstützt haben das ich viele deutsche Freunde hatte ... ich glaube das auch der Freundeskreis eine große Rolle spielt.

    Liebe Grüße Ana

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  16. Ich bin in solchen Fällen auch eher ratlos.
    Bei mir war es so, daß zu Hause NUR deutsch gesprochen wurde. Meine Mama ist Italienerin, ich bin hier in Deutschland geboren. Ich habe ab der 1. Klasse einmal in der Woche nachmittags eine Italienischschule besucht (war eigentlich gedacht für Gastarbeiterkinder, die Probleme hatten in der deutschen Schule mitzukommen). Natürlich hat meine Mama mir ab und an auch italienische Begriffe beigebracht. Letzendlich habe ich fließned italienisch gelernt, was mir im weitern Schulwerdegang unheimlich geholfen hat und ich nie Probleme mit Fremdsprachen (Französisch, Englisch und Latein)hatte.
    Das Problem bei den von Dir geschilderten Fällen liegt denke ich darin, daß sich solche Famillien darauf versteifen, nur ihre Muttersprache zu sprechen und sich auch nur mit ihresgleichen austauschen.
    In einem Nachbarort von uns gibt es mehrere Familien von Russlanddeutschen. Alles nette Leute, immer sehr freundlich. Jedoch schotten sie sich ab, bleiben immer auf Abstand zu den anderen Dorfbewohnern. Die Kinder spielen nur untereinander, es wird nur russisch gesprochen. Ich finde das alles sehr schade, denn ich denke, bei mehr Kontakt könnten alle davon profitieren und jeder etwas von der anderen Kultur lernen!

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  17. Auch wenn ich mich vielleicht jetzt unbeliebt mache, aber wenn ich höre "die andere Sprache können sie ja später lernen" kriege ich Magenkrämpfe!!! Je jünger die Kinder sind, umso leichter fällt es Ihnen Sprachen (durchaus auch mehrere!) zu lernen. Je länger man wartet, umso schwerer wird es. Ich kenne eine deutsch-italiensche Familie, deren Kinder auch "später" mit italienisch angefangen - und es nie richtig gelernt haben. Dafür ist mir in Zypern ein 10-jähriges Mädchen begegnet, das fliesend griechisch (wie die Mutter), arabisch (Vater ist Libanese), frz. und englisch gesprochen hat... Bei uns (wir leben in Frankreich, ich selbst bin Deutsche, mein Mann Franzose, das erleichtert natürlich die Sache) spricht jeder seine Muttersprache mit den Kindern, die heute beide Sprachen zumindest mdl. sher gut beherrschen und sich auch mit anderen Sprachen viel leichter tun. Ich gebe zu, beim Schreiben hapert es ein wenig mehr, da ich sie, wenn sie gegen 17 Uhr nach Hause kommen, nicht mehr damit quälen will.
    Also bitte, bitte, wartet nicht bis "später", das ist wertvolle Zeit die Euren Kindern verloren geht!
    LG und nicht böse sein,
    Alexandra

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  18. hallo gretelis,
    ich denke das muss jeder fuer sich selber entscheiden.
    wir leben auch im ausland.und ich moechte das meine tochetr deutsch lernt.schon allein aus dem grund,das sie auch mit meinem eltern also ihren grosseltern reden kann.
    wenn einer deutsch und der ander die sprache des landes in dem man lebt spricht,ist das garkein problem.

    liebe gruesse sydney

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  19. Hm, schwierige Frage, meine Kinder sollen eigentlich auch zweisprachig aufwachsen, da Ihr Erzeuger Kroate ist, aber beide sperren sich so sehr gegen die Sprache, dass ich es mittlerweile aufgegeben habe zu Hause mit Ihnen kroatisch zu sprechen. Obwohl der Große seine ersten 3 Jahre nur kroatisch gesprochen hat. Die Kleine tut immer so als ob sie es nicht könnte, aber wenn sie in den Urlaub zu den Großeltern fahren kommen sie ja auch zurecht, und die können nun wirklcih kein deutsch. Ich selber spreche 6 Sprachen, von daher finde ich es sehr schade. Aber irgendwie hat der Vater in diesem Artikel schon recht,... wobei selbst mein Ex bei den Kindern aufgegeben hat, und versucht, im wahrsten sinne des wortes ;o), schwierige Frage. Bin bei solchen Themen immer etwas sprachlos.

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  20. Nachtrag: Nicht dass ich falsch verstanden werde *g* Ich halte es trotzdem für wichtig und sinnvoll, dass sich die Eltern bemühen, ihren Kindern die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen. Dazu gehört natürlich auch das Erlernen der Landessprache. ;o)

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  21. Ich bin Tagesmutter und habe zur zeit ein Indisches Kind zur pflege. das Mädchen ist dreieinhalb Jahre alt und spricht leider nur Indisch. Das leider ist nur wegen mir da ich sie ja nicht verstehen kann. Ihre Mutter und ich haben jetzt vereinbart das wenn sie bei mir sind, wird nur Deutsch gesprochen, und zuhause sprechen sie weiter Indisch. So lernt sie beide Sprachen. Ich denke das ist eine gute lösung. Der wille zur Intgration muß vorhanden sein sonst geht leider nichts. Es ist schön das du darüber nachdenkst und nicht gleich verurteilst wie viele andere.Liebe Grüße Conny

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  22. Huch, wo ist denn mein erster Beitrag abgeblieben? :o(

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  23. Sorry, Evchen, ich habe mich auch gewundert, aber war sonst nix :-(

    Liebe Grüße,
    Anne

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  24. Die beste Freundin meiner Tochter ist Afghanin. Sie und ihre Brüder sprechen perfekt 2 Sprachen und sind voll in das Leben hier in Deutschland integriert.Auch ihre Eltern geben sich Mühe deutsch zu sprechen,aber das ist auch nach über 20 Jahren hier nicht so berühmt.Das kommt mit Sicherheit daher,daß sie meist nur Umgegang mit ihren Landsleuten haben - anders als ihre Kinder!Eigentlich schade!Wenn meine Tochter dort verabredet ist spricht die Mutter leider immer nur die Standardsätze auf deutsch : " Hallo N. wie geht´s ...."!Auch bei schulischen Sachen müssen die Brüder übersetzen,damit die Elten wissen,was im Elternabend los war.
    Ansonsten sind sie eine nette Familie.


    LG Steffi

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  25. Huhu,

    jetzt muß ich doch auch meinen Senf dazu geben...aus zweierlei Perspektiven.

    1. Unsere Kinder werden zweisprachig erzogen, da mein Mann Flame ist. Das heißt konkret: Ich spreche deutsch mit den Kindern, mein Mann spricht in der direkten Ansprache mit den Kindern niederländisch. Das gibt überhaupt keine Probleme, die Kinder verstehen beides perfekt und zumindest Justus (Friederike spricht ja noch nicht wirklich viel) antwortet (oft zwar erst nach Aufforderung) auch auf niederländisch.
    Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder beiderlei Sprache, Tradition (z.B. Geburtstags- und Weihnachtsbräuche etc.) und Kultur/Literatur kennenlernen.

    2. Wohnen wir in Berlin Wedding, einen berühmt berüchtigten sozialschwachem Bezirk mit hohem Migrantenanteil. Und wir merken es täglich im Kinderladen, wo es ein Geschwisterpaar gibt, wo die Eltern so gut wie kein Wort deutsch sprechen und keine Bereitschaft zeigen deutsch zu lernen...den Kindern ist der kleine Kinderladen die letzte Rettung, um einigermaßen bis Schuleintritt deutsch sprechen zu können. Aber der Kinderladen mit seinen äußerst engagierten Erzieherinnen alleine schafft niemals, diesen Kindern die gleichen sprachlichen Startbedingungen zu geben. Dazu kommt, dass die Kinder zu Hause vor dem muttersprachlichem Fernsehen geparkt werden, es keine Bücher in diesem Haushalt gibt und der Vater zu gibt, auch in seiner Muttersprache z.B. nicht die Farben zu beherrschen. Bereitschaft eines dieser Defizite zu beseitigen gibt es nicht!
    Wie sollen da Kinder gute Chancen für ihr Leben bekommen?
    Das ist sicherlich ein extremes Beispiel und wir kennen zum Glück auch viele Migranten oder Multi-Kultifamilien, die engagiert und emanzipiert die Sache btrachten und die meine Hochachtung haben.

    Auch ich bin oftmals ratlos (und hilflos)!

    Gruß Ulrike

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  26. Och, der schöne lange Beitrag. Also nochmal, weil ich es wichtig finde. Aus spracherwerbstheoretischen Gründen wird es für sehr wichtig erachtet, dass Kinder mit Migrationshintergrund ihre Muttersprache lieber zu Hause sprechen und dafür gut kennen, anstatt diese nur halb können und von daheim auch nur gebrochenes Deutsch mitbekommen, da die Eltern es nicht sprechen können.
    Ich finde es daher auch völlig in Ordnung, wenn Migranten zu Hause oder im Freundeskreis ihre Muttersprache sprechen, die Eltern müssen aber auch hinterher sein, dass die Kinder außerhalb der Familie das Deutsche lernen (natürlich sollten auch die Eltern entsprechende Kurse besuchen um zum Beispiel mal ohne Kind beim Elternabend in der Schule etwas verstehen zu können) Die Situation in Deutschland ist so verfahren, weil sich die Politik jahrelang die Augen zugehalten hat. "Deutschland ist kein Einwanderungsland". Daher müssen wir auch keine Integration fördern. Das wurde leider lange versäumt und nun soll es ratzfatz alles prima sein. Das klappt natürlich nicht.
    Die Einstellung des Vaters finde ich natürlich sehr merkwürdig. Aber ich denke, das Problem liegt nicht nur bei den Eltern.
    GLG Eva

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  27. Das ist ein schwieriges Problem. Aber da muss man von Anfang an beginnen. Diese Türken wollen nach Deutschland kommen und hier leben, weil sie hier vom deutschen sozialen Netz aufgefangen werden. Darum wollen sie Deutsche sein.

    Wenn sie Deutsche sein wollen, geht das aber nur, indem sie die deutschen Gesetze achten, denn wir sind hier kein Ausläufer der Türkei, sondern ein eigenständiges Land. Hier gibt es auch kein babylonisches Spürachgewirr, sondern die deutsche Sprache als Amtssprache.

    Diese Zuwanderer sollten, wenn sie von deutschen Sozialleistungen leben wollen, auch achten, dass sie in einem Land leben wollen, was historisch gewachsen ist, und was eben eigene Gesetze, eine eigene Sprache usw. hat. Ohne Integrationswillen funktioniert das alles nicht. Wenn man das nicht will, kann man nicht in ein solches Land reisen.

    Ein Beispiel: In Deutschland kämpfen die Türken dafür, dass ihre Frauen mit Kopftuch leben und arbeiten dürfen, auch im öffentlichen Dienst, also in Schulen usw. In der Türkei ist es verboten, in öffentlichen Gebäuden mit Kopftuch herum zu laufen. Warum soll das also in Deutschland erzwungen werden? Deutsche Frauen dürfen Kirchen in der Türkei auch nicht nabelfrei aufsuchen, wie sie es in Deutschland gewöhnt sind. Hier sit also die gegenseitige Achtung der Kulturen gefragt. Und mit Gewalt etwas erzwingen zu wollen, entspricht nicht dem, was wir hier wollen.

    Ich kenne viele ausländische Bürger, die gut integriert sind, weil sie es selbst wollen, aber leider auch die, die sich dem versperren. Erstere können gut meine Freunde sein.

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  28. Hallo Anne,

    ich lese hier still mit, doch dieses Thema finde ich auch etwas... grenzwertig und kann dazu nur meine eigenen Erlebnisse erzählen. Meine Eltern kamen vor zig Jahren von (jetzt) Kroatien nach Deutschland als Gastarbeiter. Da war ich noch lange nicht in Sicht. Als ich zur Welt kam, wurde mit mir zu Hause nur ungarisch und öfter mal jugoslawisch gesprochen. Aber meist fand unsere Konversation auf ungarisch statt. Und das, bis ich ausgezogen bin. Deutsch gelernt hatte ich erst im Kindergarten, das denkt mir noch sehr gut, dass ich die anderen ungarisch ansprach, die aber gar nicht wussten, was ich von ihnen will *gg*.

    Ich glaube, dass es nicht nur an den Eltern/Erziehern liegt, sondern auch ein gutes Stück am Kind selbst und an seinem Willen. Ich hatte, wie gesagt, erst im Kiga Deutsch gelernt, zu Hause wurde weiterhin die Muttersprache gesprochen. Dennoch hatte ich das Deutsch so schnell drauf, dass ich in der Grundschule schon als Deutsche durchging (kam noch dazu durch die hellen Haare und blaue Augen ;) ).

    Natürlich ist es schwer, Menschen zu integrieren, die sich nicht integrieren lassen möchten. Von daher *schulterzuck*... es ist immer ein zweischneidiges Schwert, dieses Thema...

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  29. Mit der Integration und dem Deutschlernen ist es so eine Sache, dazu wurde ja jetzt schon viel geschrieben, wovon einige Beiträge meinem eigenen Empfinden sehr nahe kamen.
    Was den Schulerfolg angeht geht das Problem für mich noch sehr viel weiter, denn sogar Kinder die recht gut Deutsch sprechen haben in Deutschland kaum Chancen auf einen annehmbaren Schulabschluss, wenn zu Hause keine Hilfestellung ( und wenn auch nur in Form von einer ruhigen Arbeitsatmosphäre) gegeben wird. Dieses Problem betrifft ja auch deutsche Kinder. Was mich ärgert, ist die (politische) Einstellung in Deutschland, dass die Schulen im Grunde nicht verantwortlich sind für den Schulerfolg der Kinder. "Das Kind hat fünf Geschwister und Geld für Nachhilfe haben die Eltern nicht? Tja, schade. Da wäre Potenzial gewesen." Das ist natürlich eine überspitzte Darstellung, zeigt aber den Kern dessen, um was es mir geht. Das eigentlich skandalöse Ergebnis der diversen Bildungsstudien (Pisa und Co.) ist ja, das der Schulerfolg eines Kindes in kaum einem Land so stark von der sozialen Herkunft abhängt, wie in Deutschland. Im Klartext heißt das, dass es den Eltern überlassen wird für den Schulerfolg ihres Kindes zu sorgen. Und wenn die nicht genügend Geld oder gar kein Interesse daran haben, dann haben die Kinder halt Pech gehabt, mögen sie noch so intelligent sein. Eine Studie hat sogar ergeben, dass Lehrer Kindern, die vom ihren Fähigkeiten her aufs Gymnasium gehen könnten, zu Hause aber keine Unterstützung bekommen, häufig auch keine Empfehlung für das Gymnasium schreiben.
    Ich denke, dass an dieser Stelle ein Umdenken stattfinden muss. In vielen anderen Ländern sehen sich die Schulen ( bzw. am Ende der Kette der Staat) in der Verantwortung, solche Kinder zu fördern, damit sie ihren wahren Fähigkeiten gemäß einen Abschluss machen können; das wünsche ich mir auch hier bei uns.
    Und nebenbei würde das wahrscheinlich auch zur besseren Integration beitragen, denn wenn ein Kind mit Migrationshintergrund und u. U. Vollzeit arbeitenden Eltern sieht, dass ein deutsches Kind ( mit besseren Startbedingungen) mit den gleichen Noten eine Empfehlung für das Gymnasium bekommt und es selbst nicht, dann bekommt es schnell dass Gefühl, dass es benachteiligt wird und dass es mit der Chancengleichheit in Deutschland nicht weit her ist. Und sich mit diesem Gefühl gut zu integrieren, ist glaube ich gar nicht so einfach.
    So. Wahrscheinlich liest das hier schon gar keiner mehr, aber ich wollte mal auch noch meinen Senf dazu geben.
    Liebe Anne, Deine genähten Werke finde ich übrigens traumhaft!!!
    Ganz liebe Grüße,
    Milena

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  30. Ui, ui, ui,

    na da fehlt natürlich noch mein Kommentar :-).
    Es ist sicher sehr hilfreich, mit seinem Kind Deutsch zu sprechen, wenn amn es denn selber anständig kann (hey, nix anfassen du, heiss, machsdu sons aua aua, naja, wenn man R*T*L anschaut, hört man sowas natürlich auch von 100000% igen Deutschen ab und an, kicher). Aber bei krumme deutsch, du weiss, nix helfen mit kind reden.
    Lest Ihr noch?
    Ok, dann jetzt die absolut ultimative Wahrheit über den mangelnden Integrationswillen (aus allererster Hand): die Eltern haben einfach eine Wahnsinnspanik, dass ihre Töchter (unter deutschem Einfluss) den Anspruch auf sexuelle Freizügigkeit anmelden und auch durchsetzen. Das geht einfach nicht in die Köpfe. Frauen haben Jungfrau zu sein bis zur Heirat. Und dann haben sie zu nehmen was da kommt. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob es eine sog. arrangierte Ehe oder eine Liebesheirat ist. Die Eltern (beider Brautleute) haben das Entscheidungsmonopol in 101000000 Dingen. Das liegt natürlich auch daran, dass sie bei der Heirat zahlen: die feier, die Wohnungseinrichtung, die Aussteuer. Furchtbarerweise sind die Kinder fest davon überzeugt, dass die Eltern blechen müssen. Wobei ich das natürlich ein Stück weit verstehen kann. Wenn sie mir schon vorschreiben, wie ich mein Leben zu gestalten habe, können sie mir den Käfig gefälligst auch wohnlich machen.

    Nun zu den männlichen Nachkommen: die könnten sich ja (Gott bewahre) in so eine respektlose deutsche Göre vergucken, die sie denn auch ranläßt, aber in der Folge schwanger wird. Was soll man den Nachbarn sagen????????? Unser Sohn wird unehelich Vater? Die Mutter, äh, ja, nee, keine Jungfrau, nee nee, Deutsche. oh Gott, der arme Junge, da musste er ne Gebrauchte nehmen.

    Das Mädels ist es, was (in meiner Erfahrungswelt türkische)Migranteneltern davon abhält, sich Deutschen zu nähern.
    Der durchschnittliche Deutsche versteht diese Lebenseinstellung einfach nicht, toleriert sie nicht, respektiert sie nicht und fängt an, an den Kindern rumzudoktern. Oder die Eltern und die Kinder mit aus ihrer sicht sicher gutgemeinten, aber kommunikatorisch völlig falsch ankommenden Kommentaren vor den Kopf zu stossen.
    Sogar hier hat jemand geschrieben: wieso kommen die Türken hierher? weil sie von uunserem sozialen Netz aufgefangen werden wollen. Da denke ich nur, guter Mensch, gute Frau, bleib bei den Fakten.
    Zu guter letzt eine Anekdote, von mir live erlebt: mein erster deutscher Freund erzählte mir nach einem Vierteljahr, er habe es endlich seinen Eltern gesagt. Ja was denn? Na dass seine Freundin Türkin ist. Die Eltern seien aus allen Wolken gefallen. Das eigene Mittelschichtssöhnchen küsst den offspring einer putzfrau und eines fabrikfussbodenfegers???? Heiligemuttergottes.
    Ich war stinkend sauer, erstens darüber, dass er Mut zur Beichte brauchte, zweitens über die Annahme, ihr sozialer Status sei höher als meiner(unserer) (was er eben nicht war, eher umgekehrt!!) und natürlich über deren Schreck, ihr Sohn könnte sich in eine junge Frau aus dem Proletariat (mit Migrationshintergrund, damals hieß das aber noch ganz einfach Gasarbeiterkind) verliebt haben.
    Die Beziehung hielt nicht wirklich lang...


    Es heißt häufig, Integration bedeutet, sich anzupassen, Gesetze zu beachten usw usw. Nirgends steht im GG, Sex vor der Ehe ist zwingend, also brechen die Unterhosenanbehaltler kein geltendes Recht (in USA hatte George Busch (der Vertipper ist gewollt) so eine Kampagne angeleiert, die Jugend sollte dem Sex vor der Ehe abschwören, in feierlichen Riten, da dieser Teufeslswerk sei und Sex in den heiligen Bund der Ehe gehöre). Als in den 70er und 80er Jahren die Baghwan-Welle rollte, liefen viele junge Menschen mit orangefarbenem Zeug herum, die Gesellschaft beschmunzelte sie, das wars. Religionsfreiheit bedeutet, dass man wohl oder übel andere Weltanschauungen tolerieren muss. Daran habe ich auch zu knapsen. Es geht mir furchtbar gegen den Strich, dass in D das Gutmenschentum so weit vorangeschritten ist, dass muslime Mädels nicht zum Sport/Schwimmen/Biounterricht müssen. In der türkei müssen sie es. Aber die T ist auch ein laizistisches Land, ebenso wie Frankreich und Mexico. Alle anderen sind entwerer sekularisiert oder von religiösen Würdenträgern regiert.
    In D haben zB die Kirchen vielfältige Aufgaben in der Gesellschaft: Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Soziale Dienste, Seelsorge, ihr wisst, was ich meine. In der Türkei gibts sowas nicht. Verboten. Nada. Nix. Der Imam ist zum Vorbeten da. Natürlich kannst Du ihn in Bezug auf religiöse Fragen ansprechen, aber die Moschee, die Releigionsgemeinschaft hat in der Gesellschaft keine solchen Funkitonen wie die in D.
    Ich hör jetzt auf, da ich schwer den Faden verloren habe. Aber glaubt mir, meine These über die sexuelle Freizügigkeit der Frau stimmt hunderttausendprozentig. Ich habe es erlebt und alle, ausnahmslos alle meine Freundinnen und Verwandtinnen auch. Und wir haben einen extrem hohen Bildungshintergrund und einen noch höheren sozialen Status. Aber fakt ist, dass wenn wir uns offen gewehrt hätten, wir zwar nicht einem Ehrenmord zum Opfer gefallen wären, aber wir wären zu Elternmördern mutiert (Vaater hat der Schlag getroffen, Mutter brach das Herz etc.etc.etc)und wir hätten all unsere familiären Bindungen verloren. Das im Tausch für einen Onenightstand, wenn frau denn will? Vielschichtig, nicht einfach, zu komplex, um von uns Laien abgehandelt zu werden.
    Ich grüße Euch.
    Trudi

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