Donnerstag, Februar 13, 2014

Heute spricht hier Eure MOTIVATION :-)

Kennt Ihr das? Man denkt immer, ja, man müsste mal, und man könnte mal. Ich rede von Sport. Laufen, Schwimmen, oder was auch immer.

Ich war mein Leben lang eher unsportlich. Aber nicht bewegungsfaul. Ich bin schon immer gerne draußen unterwegs, Spazierengehen, Radfahren. Ich hab kein Auto und fahre alles mit dem Rad. Ich steig auch so gut wie nie in die Straßenbahn, wenn man die Strecken irgendwie mit dem Rad machen kann, auch bei Wind und Wetter. Das macht mir nichts. Aber das ist eben kein Sport.

Klar, in jungen Jahren habe ich alle möglichen Sportarten ausprobiert und teilweise auch länger verfolgt, aber spätestens so mit kurz vor zwanzig war das gegessen. Halbherzige Ansätze gab's mal so zwischendurch. Aber eben halbherzig. Nicht von Dauer.

Und dann bin ich losgegangen. Ich glaube, es war der 26.12. letztes Jahr. Die alten Adidas angezogen und los. Mehrmals die Woche bin ich gewalkt. Einfach so und alleine. Und schon nach zwei, drei Wochen wusste ich: ich bin mit dem Herzen dabei, ich will das und ich brauch das jetzt, und ein bisschen hatte ich auch das Gefühl (so mit etwas weiter über 40), wenn nicht jetzt, dann wird das nie was. Zusätzlich habe ich mir eine DVD von Jillian Michaels gekauft (hinterlegt mit schlimmster Musik). Davon mache ich allerdings inzwischen nur noch an jedem zweiten Lauftag die Krafttrainingseinheiten. So für den Bauch, die Arme und den Rücken.

Das Schlimme war ja, mich mit meinem Vorhaben in die Öffentlichkeit zu trauen. Es läuft sich schlecht, so heimlich und ungesehen im Wohnzimmer. Ich Dicke treffe dann da morgens an der Leine auf die tollen, trainierten, schlanken Läufer. Aber das eigenartige Gefühl, wenn man von allen anderen überholt wird, war übrigens ganz schnell weg ;-). Nach ein paar Tagen schon hatte ich verinnerlicht, dass ich das ja für mich tue, und es wirklich egal ist, was "die da draußen" denken. Ich hatte auch erwartet, erst mal überall "belächelt" zu werden. Dem war gar nicht so. Läufer sind nette Menschen, die Dich ab der dritten Begegnung grüßen. In der Regel. Meine Freundin Julia, Sportlerin in so einigen Disziplinen ist für mich Vorbild und Inspiration *knicks*. Auch bei FB und Instagram habe ich total nette Kontakte, die mich in meinem Bestreben gepusht haben, mir Tipps und gute Ratschläge gegeben und mich immer wieder motiviert haben. Danke Euch!!! Bei Instagram haben wir uns sogar unter einem gemeinsamen hashtag zusammengefunden. So macht das noch mal mehr Spaß :-)

Nette Menschen habe ich dann auch in Dets Laufshop getroffen. Vor gut zwei Wochen habe ich mich tatsächlich da reingetraut, so als Grünschnabel mit zu viel Gewicht, hab eine Laufanalyse machen und mich beraten lassen, und konnte mir so passende, tolle Laufschuhe kaufen. Neben einem Laufshirt übrigens die einzige Investition, die für mich am Anfang erst mal wichtig war. Die alten Adidas hab ich in die Ecke geschmissen. So richtig gute Schuhe machen wirklich was aus.
http://www.laufshop.de/

Jetzt, nach fast sieben Wochen, regelmäßig drei bis fünf Mal pro Woche zwischen vier und sechs Kilometern, fühle ich mich wie ausgewechselt. Einen großen Teil meiner Strecke laufe ich bereits, den Rest walke ich. Ich bin total erstaunt, wie lange ich schon durchlaufen kann. Abgenommen habe ich zwar kaum was, aber ich sag Euch, aus Schwabbel wird irgendwas Wohlgeformtes, Festes ;-). Die Tage, an denen ich laufe, sind für mich generell gute Tage. Ich habe mehr Energie, fühle mich unheimlich gut, körperlich sowieso (nicht zu vergleichen mit "früher"), aber auch mental. Diese Zeit draußen gehört mir alleine. Und ich kann denken was ich will, oder auch gar nicht denken. Ich stresse mich nicht, drücke auch mal Pause auf meiner runtastic App, um für meine Insta-Freunde ein Foto zu machen. Und man kann für kurze Zeit auch mal vor den unschönen und traurigen Dingen des Lebens weglaufen, um ihnen dann mit neuer Kraft und neuer Energie zu begegnen.

Warum schreib ich das hier? Weil ich glaube, dass es so viele gibt, die gerne würden, aber sich nicht trauen oder glauben: ich schaffe das sowieso nicht (schaffen muss man sowieso erst mal nichts, sondern nur langsam anfangen). Mir war das schleierhaft, wenn jemand sagte: "Ich gehe heute joggen" - und dann auch noch einige Kilometer am Stück durchlief. Ähhm, ja, ich selber hatte das Gefühl, ich könnte nicht mal 200 m am Stück laufen. Da war ich schon aus der Puste. Und trotzdem darf man als unsportlicher und/oder dicker Mensch ANFANGEN Sport zu machen. Als ich in Dets Laufshop stand, und irgendwas von "Anfänger" und "ich laufe ja gar nicht richtig" stammelte, hat der zu mir gesagt: "Wer hat mehr Respekt verdient? Der, der das schon 20 Jahre macht, oder derjenige, der sich wirklich ernsthaft was vorgenommen hat?" Dafür war ich sehr dankbar, und hab mich in diesem professionellen Läuferladen überhaupt nicht mehr unwohl gefühlt. Durchlaufen kann ich meine Strecke natürlich nicht. Da fehlt mir noch ordentlich Kondition. Das macht auch gar nichts. Aber ich weiß, dass ich das irgendwann machen werde. Diese sieben Wochen haben schon so viel verändert, und ich freue mich auf meine kommenden Kilometer, egal ob gelaufen oder gewalkt, egal wie schnell oder langsam.
 
So sah das neulich morgens für mich aus. Der Sonne entgegen. Und so fühlt es sich auch immer an. Ich laufe der Sonne entgegen, auch wenn es regnet und stürmt.

Und wer mag, ich stell Euch hier ein paar Säcke Motivation und Selbstvertrauen hin. *bitteschön* :-)